Gewalt gegen Frauen und Mädchen beenden!
Häusliche Gewalt gehört in Senegal wie in vielen afrikanischen Ländern zum Alltag. Gewaltopfer, die Hilfe brauchen und diese wollen, bleiben im Normalfall auf sich selbst gestellt, da ihre elementaren Rechte nicht anerkannt werden und weil sie sich weit weg befinden von jeglichen Beratungs- und Informationsstellen.
Die Frauenrechtsorganisation APROFES hat sich zum Ziel gesetzt, gewaltbetroffene Frauen und Mädchen zu unterstützen. 1996 wurde die Beratungsstelle, das sogenannte „centre d’écoute“, ins Leben gerufen, das im Laufe der Jahre weiter professionalisiert wurde. Im Rahmen des Programms gegen Gewalt an Frauen und Mädchen gibt es ausserdem Informations- und Sensibilisierungsaktivitäten in den Stadtteilen Kaolacks sowie umliegenden Dörfern. Parajuristinnen wurden ausgebildet, die ihre Klientinnen „von gleich zu gleich“ beraten. In vielen Fällen ist die Mediation durch eine Parajuristin ausreichend, in anderen Fällen werden die Gewaltopfer an die Beratungsstelle verwiesen. Die Beratungsstelle nimmt sich dieser Fälle an: Nach schweren Fällen von gewalttätigen Übergriffen erleiden Frauen oder Mädchen Knochenbrüche oder Wunden, die eine medizinische Behandlung erfordern, für die die Frauen jedoch das nötige Geld nicht aufbringen können. Um juristische Schritte gegen die Täter in die Wege zu leiten, ist ein medizinisches Attest durch einen Arzt notwendig, dieses ist ebenfalls kostenpflichtig. APROFES arbeitet hierfür mit Ärzten sowie mit Juristen zusammen. Wichtig ist auch die psychologische Unterstützung von Gewaltopfern. Frauen und deren Kinder, die nicht mehr zu ihrem Mann zurückkehren können, werden vorübergehend finanziell unterstützt, um die nötigsten Bedürfnisse zu erfüllen.
Zielgruppen des Projekts sind zum einen Frauen und Mädchen, die Opfer von Gewalt geworden sind. Zwischen 150 und 200 Frauen und Mädchen wenden sich jährlich an die Beratungsstelle. Sensibilisierungsaktivitäten bezüglich Frauenrechte und Gewalt gegen Frauen richten sich durch Radio und Theateraufführungen an die breite Bevölkerung der Region Kaolack.


