Mit Musik für mehr Frauenrechte

Am 8. März, dem Tag der Frau, laden wir in Ko-Produktion mit dem Dampfschiff in Brugg die senegalesische Musikvirtuosin Sister Fa mit ihrer Band ein. Sie spricht in ihren Liedern soziale Themen an und setzt sich gegen Mädchenbeschneidung ein. Sie selber ist davon betroffen.

Der internationale Tag der Frau soll dazu dienen, Missstände aufzuzeigen und die Rechte der Frauen in den Mittelpunkt zu stellen. Denn Frauen sind weltweit immer noch benachteiligt. Ihre Menschenrechte werden verletzt, vielfach sind sie Opfer von Ausbeutung und Gewalt. Wir engagieren uns gegen jegliche Art von Gewalt und Missbrauch und wollen die Stellung und Handlungsfähigkeit von Frauen nachhaltig verbessern.

Wussten Sie zum Beispiel, dass

  • nahezu 70 Millionen Mädchen vor ihrem 18. Lebensjahr verheiratet werden?
  • weltweit rund 200 Millionen Frauen und Mädchen beschnitten sind?
  • Geburtskomplikationen bei Mädchen zwischen 15 und 19 Jahren zu den Haupttodes-Ursachen weltweit gehören?
  • 35% aller Frauen Gewalttaten wie Vergewaltigungen, sexuelle Nötigungen oder Schläge erleiden?

Mit Sister Fa wird eine Frau auf der Bühne stehen, die sich neben ihrer Musik an vielen gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Fronten engagiert. Zwangsverheiratung wird von ihr ebenso thematisiert wie Beschneidung oder mangelhafte Bildung für Mädchen.

Fatou Mandiang Diatta, alias Sister Fa, wurde 1982 in Dakar geboren. Mit 18 Jahren hat sie angefangen zu rappen, um sich Gehör zu verschaffen. In ihrem Umfeld gab es zu viele Dinge, mit denen sie nicht einverstanden war. Sister Fa sieht sich als Vertreterin von all denen, die nicht die Möglichkeit haben, über ihre schwierige Situation zu berichten. Ihre Lieder sollen sensibilisieren und bilden.

Neben ihrer Karriere als Musikerin steckt sie viel Kraft in ihr Projekt „Education sans excision“: Zusammen mit einer Ärztin und einem Imam besucht sie seit einigen Jahren Schulen in Senegal und Guinea, um Jugendliche zwischen 12 und 14 für das Thema Beschneidung zu sensibilisieren. Die meisten Mädchen in den Klassen haben den schmerzhaften, gefährlichen Eingriff bereits hinter sich. Sister Fa will erreichen, dass die Schülerinnen ihren eigenen Kindern dieses Schicksal ersparen. „Hoffnung für die nächste Generation“ ist ihr Motto.

Seit 2006 lebt Sister Fa in Berlin. Ihre Auftritte mit ihrer Band sind immer  voller Energie: Treibende afrikanische Rhythmen in Verbindung mit Elementen aus Pop, Rap, R'n'B, Jazz und Reggae.  Die Inspiration zu ihren Texten kommt aus ihrem Erlebten, weshalb ihre Herkunft eine sehr wichtige Rolle in ihrer Musik spielt.

In Senegal ist die Beschneidung seit 1999 gesetzlich verboten, trotzdem sind etwa 25% der Mädchen und Frauen beschnitten. Die Praxis wird vor allem in bestimmten Regionen und bei bestimmten ethnischen Gruppen durchgeführt.

 

Mittwoch, 8. März, Sister Fa im Dampfschiff in Brugg, Aarauerstrasse 26
Barbetrieb ab 18 Uhr, Konzertbeginn 20 Uhr
Eintritt CHF 25.--/20.--