Gewalt gehört für viele Frauen zum Alltag

Häusliche Gewalt ist in Mali für viele Alltag. In der malischen Gesellschaft ist die Meinung weit verbreitet, dass Frauen keine Rechte, sondern nur Pflichten haben. Das Thema wird in der Öffentlichkeit kaum besprochen und für Betroffene gibt es wenig Anlaufstellen.

„Wer seine Frau ordentlich beschütze, der schlage sie“, so die weit verbreitete Meinung in Mali. Gewalt gehört zum Alltag vieler malischer Frauen und hat viele Gesichter. Nebst der häuslichen Gewalt verbergen sich hinter dem Wort auch Vergewaltigung, Zwangsheirat, Beschneidung, Beschimpfung und Verstossung. Die Thematik ist eng verknüpft mit allgemeinen Fragen rund um Frauenrechte: Gewalt, der Zugang von Mädchen und Frauen zu Bildung, selbstbestimmte Familienplanung – all diese Themen lassen sich kaum voneinander trennen.

Das Projekt in der Region von Bandiagara setzt sich in sieben Gemeinden mit insgesamt 68'000 Einwohnern für gewaltbetroffene Frauen ein. Dabei wird ein ganzheitlicher Ansatz verfolgt: Zum einen bietet eine Anlaufstelle medizinische, juristische und psychosoziale Unterstützung für Betroffene, zum anderen wird durch Öffentlichkeitsarbeit eine Sensibilisierung und Enttabuisierung der Thematik angestrebt. Zielgruppe hierbei sind rund 8'000 Frauen und 16'000 Männer, aber auch die Polizei, das Gesundheitspersonal und die Dorfführer werden angesprochen.

Als Innovation wird eine moderierte Gesprächsgruppe für Opfer von Gewalt aufgebaut, in dessen Rahmen Opfer von Gewalt ihre Erfahrungen austauschen, Erlebtes verarbeiten, über Bewältigungsstrategien reden und sich gegenseitig unterstützen können. 

Partnerorganisation:
Ya-g-tu Yam Giribolo Tumo, Bandiagara
Vereinsgründung: 1997
Zweck: Gesundheit, Bildung, Landwirtschaft, Mikrofinanzen, Familien-, Frauen- und Kinderrechte
Projektlaufzeit: 1.11.2014 bis 31.10.2017

 

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