Über 40 Schweizer NGOs, darunter IAMANEH Schweiz, setzen sich in einem Manifest für lokal verankerte internationale Zusammenarbeit, gleichberechtigte Partnerschaften und die Stärkung der Selbstbestimmung lokaler Akteur*innen ein.
In den 60er Jahren wurden noch "Experten" und Kühe nach Ruanda geschickt, um die Landwirtschaft zu intensivieren. Heute soll die internationale Zusammenarbeit (IZA) stärker an den Bedürfnissen lokaler Gemeinschaften ausgerichtet werden, doch nach wie vor bestehen zahlreiche Hindernisse. Über 40 Schweizer NGOs, darunter IAMANEH Schweiz, haben deshalb ein Manifest erarbeitet, das zu gleichberechtigten Partnerschaften aufruft und zentrale Machtfragen in der Zusammenarbeit thematisiert – etwa wer Projekte definiert, in Entscheidungsprozesse einbezogen wird und wessen Expertise gehört wird.
Partnerschaftlichkeit und machtkritische Zusammenarbeit gehören seit jeher zu den zentralen Werten von IAMANEh Schweiz (siehe auch Arbeitsweise und Werte). Unsere Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen basiert auf den Prinzipien der Gleichheit, des gegenseitigen Respekts und gemeinsamer Entscheidungsfindung. In unseren Partnerschaften setzen wir auf langfristige Zusammenarbeit und berücksichtigen die institutionellen Bedürfnisse unserer Partnerorganisationen.
Das neu veröffentlichte Manifest betont, dass lokale Selbstbestimmung nicht nur die Wirkung von Projekten erhöht, sondern auch die Widerstandsfähigkeit von Gemeinschaften stärkt. Es richtet sich sowohl an NGOs als auch an Geldgeber, um Rahmenbedingungen zu schaffen, die flexible, ethische und lokal verankerte Zusammenarbeit ermöglichen. Ziel ist es, Erfahrungen zu bündeln, Herausforderungen gemeinsam anzugehen und so die Rechte, Perspektiven und Bedürfnisse der verletzlichsten Gruppen weltweit ins Zentrum der internationalen Zusammenarbeit zu stellen.