Maison de la femme Malika – Stärke und Chancen für Frauen

In Malika, einem Vorort von Dakar, bietet die Maison de la femme Frauen wirtschaftliche Perspektiven, Schutz bei Gewalt und gegenseitige Unterstützung — ein Ort, der Leben verändert.

An einer sandigen Strasse in Malika, einem Vorort von Dakar, steht die Maison de la femme. Dieses „Haus der Frau" ist voller Schicksale und Geschichten — und voller Möglichkeiten für die, die eintreten.

Wer an einem Wochentag hereinkommt, wird vom Geruch nach frischem Couscous empfangen. Frauen sitzen auf dem Boden und verarbeiten Hirse auf traditionelle Art. In einem anderen Raum werden mit Kokos und Zucker überzogene Ingwerstückchen verpackt, im Garten giesst eine Frau sorgfältig Reihen von Zitronensetzlingen. Andere geben ihr Wissen zur Seifenherstellung weiter und tauschen sich über Vermarktungsstrategien aus.

Die senegalesische Organisation Intermondes betreibt mit Unterstützung von IAMANEH Schweiz ein Projekt in der Maison de la femme in Dakar. Es verbindet wirtschaftliche Stärkung, Zugang zu Gesundheitsdiensten und Schutz vor Gewalt in einem integrierten Modell. Frauen werden durch Schulungen, Beratung und den Zugang zu Produktionsmitteln und Startkapital gezielt befähigt, eigene Kleinstunternehmen aufzubauen oder bestehende Initiativen auszubauen. Die wirtschaftliche Eigenständigkeit steigert das Einkommen der Frauen und stärkt ihr Selbstbewusstsein und ihre Position innerhalb von Familien und Gemeinschaften.

Zum Projektbeschrieb

 

Vom Schulabbruch zur Gruppenleitung

Nar Guèye ist 18 Jahre alt und Präsidentin ihrer Produktionsgruppe. Mit 15 brach sie die Schule ab — der Familie fehlte das Geld. „Das war eine sehr schwierige Zeit", erinnert sie sich. Doch dann fand sie den Weg in die Maison de la femme. „Seitdem ist vieles anders geworden,”, sagt Nar. Sie erlernte die Verarbeitung von Getreide und übernahm die Leitung der Produktion. Das Einkommen aus dem Verkauf ermöglichte es ihr, die Schule wieder aufzunehmen.

 

Ein offenes Ohr — und konkrete Hilfe

Die Frauen wissen, dass sie im ersten Stock der Maison de la femme ein offenes Ohr und im Notfall konkrete Hilfe bekommen. Hier befindet sich eine Anlaufstelle für Frauen, insbesondere für Gewaltbetroffene. Der Point d'Ecoute wird von lokal verankerten Vertrauenspersonen betrieben, vergleichbar mit Sozialarbeitenden in der Schweiz. Der Bedarf ist hoch: Gewalt gegen Frauen ist in Malika weit verbreitet.

Eine Frau berichtet, wie sie sich an die Anlaufstelle wandte, nachdem sie nach 16 Jahren Ehe krank geworden und von ihrem Mann verlassen worden war. Das Team organisierte eine Überweisung ins Spital und sammelte Geld. Heute arbeitet sie bei der Verarbeitung von Früchten und Gemüsen mit und ist auf dem Weg der Besserung.

Doch der Bedarf übersteigt manchmal die Möglichkeiten der bestehenden Strukturen. Einer der Berater, berichtet von einer Frau, die nach massiver sexueller Gewalt wochenlang in Panik war: „Sie bräuchte dringend weitergehende psychologische Betreuung, die wir ihr nicht geben konnten." Die Stärkung des Point d'Ecoute bleibt daher eines der zentralen Ziele des Projekts.

Lokale Strukturen, nachhaltige Wirkung

Viele Jahre lief das Zentrum in der Maison de la femme auf Sparflamme — es fehlte an Infrastruktur und Gesamtkonzept. Seit 2025 hat die senegalesische Organisation Intermondes das Haus mit Unterstützung von IAMANEH Schweiz wieder zum Blühen gebracht. Die Frauen haben nun die Möglichkeit, das Potenzial des Ortes auszuschöpfen und ihre Initiativen nach eigenem Wunsch zu entwickeln.

Projekt: Maison de la femme, Malika | Partner: Intermondes, Senegal | Unterstützt durch IAMANEH Schweiz

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