Geschlechtsspezifische Gewalt ist in Albanien trotz gesetzlicher Schutzmechanismen weit verbreitet. Besonders betroffen sind Frauen und Mädchen aus Roma- und Balkanägypter-Gemeinschaften. Das Projekt verfolgt das Ziel, ihren Zugang zu Schutz, Gerechtigkeit und psychosozialer Unterstützung zu stärken und bestehende institutionelle Schutzmechanismen wirksamer und zugänglicher zu machen.
Für Frauen aus Roma- und Balkanägypter-Gemeinschaften verdichten sich individuelle Gewalterfahrungen mit strukturellen Barrieren. Prekäre Lebensbedingungen, fehlende Ausweisdokumente, begrenzte Rechtskenntnisse und ökonomische Abhängigkeiten erschweren den Zugang zu Unterstützung. Hinzu kommen soziale Stigmatisierung und ein geringes Vertrauen in Institutionen, wodurch Gewalt häufig nicht gemeldet wird und Schutzangebote ungenutzt bleiben.
Gleichzeitig sind lokale Schutz- und Unterstützungsstrukturen zwar grundsätzlich vorhanden, aber häufig unzureichend koordiniert und nicht ausreichend auf die spezifischen Lebensrealitäten von Roma- und Balkanägypterinnen ausgerichtet. Frauen werden zwischen verschiedenen Institutionen weiterverwiesen und erhalten oft keine kontinuierliche Begleitung, die in Gewaltsituationen notwendig wäre.
Das Projekt setzt hier an und verbessert den Zugang von Roma- und Balkanägypterinnen zu Schutz, Gerechtigkeit und psychosozialer Unterstützung in Tirana und Shkodra. Frauen und Mädchen werden über geschlechtsspezifische Gewalt, ihre Rechte und bestehende Schutzmechanismen informiert und darin gestärkt, Unterstützung aktiv in Anspruch zu nehmen. Sie erhalten kostenlose rechtliche, administrative und psychosoziale Beratung und werden individuell bei Gewaltmeldungen, Schutzanordnungen sowie bei familien- und sozialrechtlichen Verfahren begleitet.
Parallel dazu stärkt das Projekt die Zusammenarbeit und Reaktionsfähigkeit von staatlichen und zivilgesellschaftlichen Akteur*innen. Fachpersonen aus Polizei, Sozialdiensten, Justiz und Gesundheitswesen werden durch Trainings, Fallbesprechungen und Koordinationsformate für eine kultursensible und diskriminierungsfreie Fallbearbeitung sensibilisiert. Bestehende Verweisungsmechanismen werden verbessert, um Betroffenen einen verlässlichen und koordinierten Zugang zu Unterstützung zu ermöglichen.
Ein besonderer Fokus liegt auf der Stärkung von Roma-Frauenorganisationen. Sie werden gezielt gefördert, um Präventionsarbeit zu leisten, Betroffene zu unterstützen und sich aktiv in lokale Entscheidungsprozesse einzubringen. Damit trägt das Projekt dazu bei, geschlechtsspezifischer Gewalt nachhaltig entgegenzuwirken und die Rechte und Handlungsspielräume von Roma- und Balkanägypterinnen langfristig zu stärken.
Während der Projektlaufzeit profitieren direkt rund 120–150 Frauen und Mädchen aus Roma- und Balkanägypter-Gemeinschaften sowie 40–60 Fachpersonen aus Schutz-, Sozial-, Gesundheits- und Justizdiensten. Indirekt erreicht das Projekt deren Familien, Gemeinschaften und lokale Institutionen.
Partnerorganisationen
RWRC (Roman Women Rights Center), Tirana
Projektlaufzeit:
1.7.2025 bis 30.06.2028
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