Malika ist eine dicht besiedelte Vorstadt von Dakar im Senegal. Frauen sind hier stark von Armut, Arbeitslosigkeit und geschlechtsspezifischer Gewalt betroffen. Das Projekt stärkt Frauen in Malika wirtschaftlich, fördert ihr Selbstbewusstsein und ihre Entscheidungskompetenz und verbessert ihren Zugang zu Gesundheitsdiensten sowie Schutz- und Beratungsstrukturen bei Gewalt.
Viele Frauen in Westafrika – besonders in urbanen Randzonen wie Malika – können nicht selbstbestimmt über ihre Gesundheit entscheiden. Studien von UN Women zeigen, dass der Zugang zu sexuellen und reproduktiven Rechten häufig eingeschränkt ist: Verhütungsmittel sind schwer zugänglich, medizinische Versorgung teuer oder weit entfernt, und Entscheidungen über die eigene Gesundheit liegen oft nicht in den Händen der Frauen selbst.
In Malika sind diese Herausforderungen besonders deutlich spürbar. Soziale Normen, geringe Bildungschancen und ökonomische Abhängigkeit schränken die Selbstbestimmung der Frauen stark ein. Geschlechtsspezifische Gewalt ist in vielen Lebensbereichen verbreitet, in Partnerschaften, im familiären Umfeld, im öffentlichen Raum oder im Arbeitsleben. Schutzmechanismen und Anlaufstellen existieren nur in Ansätzen und werden kaum genutzt, auch aus Angst vor Stigmatisierung.
Das Projekt setzt an diesen strukturellen Ursachen an. Es verbindet wirtschaftliche Stärkung, Zugang zu Gesundheitsdiensten und Schutz vor Gewalt in einem integrierten Modell. Denn nur wenn Frauen ökonomisch unabhängig, gesundheitlich abgesichert und vor Gewalt geschützt sind, können sie ein selbstbestimmtes Leben führen.
Frauen werden durch Schulungen, Beratung und den Zugang zu Produktionsmitteln und Startkapital gezielt befähigt, eigene Kleinstunternehmen aufzubauen oder bestehende Initiativen auszubauen. Die wirtschaftliche Eigenständigkeit steigert das Einkommen der Frauen und stärkt ihr Selbstbewusstsein und ihre Position innerhalb von Familien und Gemeinschaften. Damit wächst ihre Fähigkeit, sich gegen Gewalt zu wehren und selbstbestimmte Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig tragen sie aktiver zur Ernährung, Bildung und Gesundheit ihrer Familien bei – ein Hebel für sozialen Wandel.
Die Maison de la Femme, ein bereits bestehendes Zentrum für die Frauen von Malika, wird als Anlaufstelle weiterentwickelt. Sie vereint bestehende Frauenverbände, bietet Schulungen an und begleitet Frauen bei der Gründung und Leitung von Produktionsgruppen. Darüber hinaus dient sie als Plattform für Austausch, gemeinsame Organisation und kollektive Interessenvertretung.
Aufbauend auf einer bestehenden Sparinitiative entwickeln die Frauen ein Modell für eine selbstverwaltete Spar- und Kreditgemeinschaft. Die Rückflüsse aus den wirtschaftlichen Aktivitäten dienen nicht nur der wirtschaftlichen Stärkung, sondern fliessen gezielt in Präventionsmassnahmen und in die Unterstützung von Gewaltüberlebenden.
Das Projekt setzt bewusst auf Vorbilder: Unternehmerinnen, Gemeinderätinnen und Frauen aus der Community werden als Multiplikatorinnen gestärkt. Gleichzeitig werden auch männliche Bezugspersonen eingebunden. Durch ihr Engagement helfen sie, traditionelle Rollenmuster zu hinterfragen und neue soziale Normen zu etablieren.
Partnerorganisation
Intermondes
Laufzeit der aktuellen Projektphase
1.1.2025 bis 31.12.2027
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