Genderbasierte Gewalt

Genderbasierte Gewalt bezeichnet Gewalt, die sich gegen eine Person richtet, weil sie einem bestimmten Geschlecht angehört oder ein bestimmtes Geschlecht unverhältnismässig trifft. Es kann sich um körperliche, sexuelle, ökonomische oder psychologische Gewalt handeln. Sie umfasst:

  • Gewalt durch einen Beziehungspartner oder häusliche Gewalt
  • Sexuelle Gewalt (darunter Vergewaltigung, sexuelle Übergriffe und Belästigungen)
  • Sklaverei, Zwangsprostitution und Frauen- und Kinderhandel
  • Gesundheitsschädigende traditionelle Praktiken wie Mädchenbeschneidung sowie Kinds-, Früh- und Zwangsverheiratung
  • Gewalt im Internet und Belästigung unter Verwendung neuer Technologien 

Genderbasierte Gewalt kann Frauen und Männer betreffen, aber sie betrifft Frauen und Mädchen in ungleich höherem Masse und wird daher oft vereinfacht als „Gewalt gegen Frauen“ bezeichnet. 35% aller Frauen weltweit erfahren entweder Gewalt durch den Beziehungspartner oder sexuelle Gewalt ausserhalb der Paarbeziehung. Mehr als 3 Millionen Mädchen werden alleine in Afrika jedes Jahr beschnitten. Nahezu 70 Millionen Mädchen auf der ganzen Welt wurden vor ihrem 18. Lebensjahr verheiratet. Gewalt gegen Frauen ist eine der häufigsten Menschenrechtsverletzungen weltweit.

Aber natürlich sind auch Männer von genderbasierter Gewalt betroffen. So werden beispielsweise Männer und Jungen, die sich nicht in den traditionellen „männlichen Tugenden“ üben, gehänselt und körperlich attackiert. Männer und Jungen erfahren spezifische Formen von Gewalt in Situationen von bewaffneten Konflikten und als Mitglieder von Banden.

Genderbasierte Gewalt kommt überall vor, in jeder Gesellschaft und in jedem Land und ungeachtet des gesellschaftlichen Hintergrunds, zu Hause, am Arbeitsplatz, in der Schule, auf der Strasse oder am Computer. Genderbasierte Gewalt ist sowohl eine brutale Form von Diskriminierung als auch eine Verletzung der Grundfreiheiten der Opfer. Sie ist gleichzeitig Ursache und Folge von Ungleichheiten zwischen Frauen und Männern. Sie beeinträchtigt nicht nur die Gesundheit und das Wohlbefinden der Opfer, sondern verursacht hohe Kosten. Medizinische Versorgung und Schutz der Opfer, juristische Strafverfolgung, Arbeitsausfall und eingeschränkte Produktivität aufgrund von dauerhaften körperlichen und psychischen Schäden belasten die öffentlichen und privaten Haushalte erheblich.

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