Schutz vor Gewalt und Bildungschancen für heranwachsende Mädchen aus benachteiligten Gemeinschaften

Schutz vor Gewalt und Bildungschancen für heranwachsende Mädchen aus benachteiligten Gemeinschaften

In Bosnien und Herzegowina sind heranwachsende Mädchen aus marginalisierten Gemeinschaften, insbesondere aus Roma-Gemeinschaften, einem hohen Risiko von Gewalt, Ausbeutung und Bildungsabbrüchen ausgesetzt. Viele verlassen frühzeitig die Schule, werden in arrangierte Kinderehen gedrängt und erleben körperliche, psychische, sexuelle sowie digitale Gewalt. Besonders im Teenageralter verschärfen sich diese Risiken: Armut, soziale Ausgrenzung und diskriminierende Geschlechternormen schränken den Zugang zu Bildung, Schutz und Unterstützung stark ein. In einzelnen Fällen sind Mädchen zudem von Menschenhandel betroffen.

Ziel des Projekts ist es, ein sichereres Umfeld für Mädchen im Teenageralter zu schaffen und sie darin zu stärken, sich gegen geschlechtsspezifische Gewalt, Missbrauch und Ausbeutung – auch im digitalen Raum – zu schützen und wirksam zu wehren.

Das Projekt richtet sich an Mädchen im Alter von 13 bis 19 Jahren in der Region Tuzla sowie in den ländlichen Gemeinden Kiseljak und Cilijuge. Es kombiniert individuelle Begleitung mit Bildungs- und Präventionsarbeit, um den Schulabschluss zu sichern, den Übergang in die Sekundarstufe zu erleichtern und eine realistische berufliche Orientierung zu ermöglichen. Ergänzend erhalten die Mädchen altersgerechte Informationen zu Gewaltprävention, Schutz vor Ausbeutung und frühen Ehen sowie zur Durchsetzung ihrer Rechte. Gewaltfälle werden über etablierte Schutzmechanismen an spezialisierte Fachstellen weitergeleitet.

Parallel dazu arbeitet das Projekt auf Gemeinschafts- und Institutionenebene. Sensibilisierungsaktivitäten und Capacity-Building stärken lokale Akteurinnen und Akteure in Bildung, Sozialarbeit und Gesundheitswesen. Peer-Education-Programme befähigen Jugendliche, Gewalt zu erkennen und vorzubeugen, Geschlechternormen kritisch zu reflektieren sowie Wissen zu sexueller und reproduktive Gesundheit weiterzugeben. Zudem werden junge Journalistinnen und Medienschaffende geschult, um geschlechtsspezifische Gewalt verantwortungsvoll, sachlich und diskriminierungssensibel zu thematisieren. Advocacy-Massnahmen zielen darauf ab, bestehende Schutzmassnahmen in Bildung, Gesundheit und sozialen Diensten wirksamer umzusetzen.

Ein besonderer Fokus liegt auf der Einbindung männlicher Jugendlicher aus Roma-Gemeinschaften. In sogenannten „Männertagen“ setzen sie sich mit Geschlechterrollen, Gewaltprävention und Verantwortung auseinander. Auch Eltern, Lehrpersonen, Sozialarbeiterinnen sowie lokale Entscheidungsträgerinnen werden gezielt einbezogen, um ein schützendes und nachhaltiges Umfeld für Mädchen zu schaffen.

Jährlich profitieren rund 80–100 Mädchen und junge Frauen, 240 Eltern, 60 Peer Educators, 160 Schülerinnen der Sekundarstufe, 180 Jungen, 24 junge Journalistinnen sowie lokale Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger vom Projekt.

Projektpartner
Zemlja Djece

Projektlaufzeit
1.1.2025 bis 31.12.2027 

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