Von Mutterschaft haben wir oft klare Vorstellungen, aber wir sprechen erstaunlich selten darüber, wie vielfältig, widersprüchlich und herausfordernd sie tatsächlich ist.
Hier setzt das Film- und Dialogfestival FRAUENSTARK mit dem Fokusthema «m/otherhood» an und thematisiert aus feministischer Perspektive individuelles Erleben, gesellschaftliche Realitäten und politische Rahmenbedingungen. Im Zentrum stehen dabei Fragen der Geschlechtergerechtigkeit sowie Aspekte reproduktiver und psychischer Gesundheit.
An fünf Film- und Diskussionsabenden machen wir kontroverse, tabuisierte und schmerzhafte Aspekte sichtbar, hinterfragen normative Vorstellungen von Mutterschaft und Familie und denken Care-Arbeit als kollektive Verantwortung anders: Der österreichische Thriller «Mother’s Baby» nimmt es mit dem gesellschaftlichen Glücksversprechen von Mutterschaft auf, und zeigt eine düstere Schattenseite. Im brasilianischen Dokumentarfilm «Apolo» zeigen Ísis Broken und Lourenzo Duvale, ein trans Paar, die gemeinsame Suche nach einer respektvollen medizinischen Begleitung. «Les Courageux» aus dem Wallis macht mit der alleinerziehenden Mutter Jule einen liebevollen Gegenentwurf zu bürgerlichen Vorstellungen von Mutterschaft und Moral.
Die Filme setzen sich aus intersektionaler Perspektive mit Mutter- und Elternschaft auseinander. Sie machen sichtbar, wie patriarchale Machtverhältnisse weltweit prägend sind und schaffen Nähe zwischen verschiedenen Lebensrealitäten und Lebensentwürfen. In den Filmgesprächen bringt FRAUENSTARK Publikum, Fachpersonen, Aktivistinnen und Kunstschaffende zusammen, für Austausch, Vernetzung und feministische Solidarität.
Die Gesundheit von Müttern und Kindern spielt für IAMANEH Schweiz seit der Gründung eine zentrale Rolle. Mit dem Fokusthema «m/otherhood» greift das FRAUENSTARK dieses Anliegen auf und lädt im Rahmen der «16 Tage gegen Gewalt an Frauen» dazu ein, sich von Geschichten über Mutterschaft und Elternschaft berühren, irritieren und inspirieren zu lassen. Gemeinsam wollen wir Normen hinterfragen, Tabus ansprechen und weiterdenken.
Jasmin Gordon, Schweiz 2024, 80 min OV*/D
Zipporah Nyaruri, Kenia, Südafrika, Saudi-Arabien, Niederlande 2025, 85 min OV*/E
Johanna Moder, Österreich, Schweiz, Deutschland 2025,109 min OV*/E
Judith Beuth, Deutschland, Norwegen 2024, 105 min OV
Tainá Müller & Ísis Broken, Brasilien 2025, 83 min OV*/E
Valéry Carnoy, Frankreich, Belgien 2025, 94 min OV*/D, FSK: ab 12
Das Filmfestival FRAUENSTARK setzt sich im Rahmen des Fokusthemas m/otherhood mit unterschiedlichen Erfahrungen von Mutterschaft und Elternschaft auseinander. Die Film- und Dialogabende greifen persönliche, gesellschaftliche und politische Fragen auf – darunter auch Themen, die emotional belastend, persönlich oder gesellschaftlich tabuisiert sein können. Wir möchten einen Raum schaffen, in dem unterschiedliche Lebensrealitäten und Perspektiven Platz haben und in dem sich Menschen möglichst sicher, respektiert und willkommen fühlen.
Zugänglichkeit
Der Kinosaal ist leider nicht barrierefrei zugänglich. Es besteht die Möglichkeit, die Filmvorführung kostenlos im Barbereich zu verfolgen. Falls du Fragen oder ein bestimmtes Bedürfnis hast, kannst du dich gerne an das Veranstaltungsteam wenden.
Unsere Haltung
Awareness verstehen wir als gemeinsame Verantwortung. Wir tragen alle dazu bei, einen respektvollen, sicheren und diskriminierungsfreien Raum zu gestalten. Auch schwierige und kontroverse Themen sollen bei FRAUENSTARK Platz haben. Gleichzeitig sollen die Würde, Grenzen und unterschiedlichen Lebensrealitäten der anwesenden Personen respektiert werden.
Dazu gehört: persönliche Grenzen zu respektieren, unterschiedliche Lebensrealitäten und Perspektiven anzuerkennen, aufmerksam mit Sprache und Inhalt umzugehen, Unterstützung zu holen, wenn eine Situation unangenehm oder belastend wird.
Sensibilität für Inhalte und mögliche Trigger
Die Filme und Gespräche können persönliche Erfahrungen, Triggers oder Gefühle auslösen. Mögliche Themen sind unter anderem: Schwangerschaft und Geburt, Schwangerschaftsverlust, unerfüllter Kinderwunsch, psychische Belastungen rund um Elternschaft, medizinische Eingriffe, Diskriminierung im Gesundheitswesen, Gewaltserfahrungen und gesellschaftliche Normen rund um Familie, Körper, Geschlecht und Elternschaft.
Awareness-Team
Während der Veranstaltungen sind Awareness-Ansprechpersonen vor Ort. Sie sind erkennbar und werden zu Beginn der Veranstaltung vorgestellt.
Du kannst dich an das Awareness-Team wenden, wenn du dich unwohl fühlst, eine Situation als diskriminierend oder grenzüberschreitend erlebst, dich ein Inhalt stark belastet oder du sonst Unterstützung brauchst.
In Zusammenarbeit mit
Expectations – geplant und ungeplant kinderfrei (Kinderwunsch Peer-Support), Fachbereich Ethnologie Universität Basel, neues kino Basel, Sexuelle Gesundheit Baselland, Zentrum Gender Studies Universität Basel (ZGS)
Gefördert von
Christoph Merian Stiftung, GGG Basel, Kanton Basel-Stadt, Swiss-Los Fonds Basel-Landschaft
Wir danken
Bajour, Balimage, Bindungshaus Basel, Büro für Feminismus, Filmcoopi Zürich, Grandfilm Nürnberg, KOKONEO Grafik + Raum, Männerbüro Basel, neues Kino Basel, Outside the Box Lausanne, Periparto, PROZ – Kultur im Raum Basel, Rise and Shine Cinema Hamburg, Stadtkino Basel, The Party Film Sales Paris, Utopic Docs