"The 'Tradwives' of America"

FIlmvorführung und Diskussion in Genf am 12. November über Mittag

Fast zehn Jahre nach der #MeToo-Bewegung erlebt der Hashtag #Tradwife (für «traditional wife», traditionelle Ehefrau) in den sozialen Medien einen rasanten Aufschwung. Influencerinnen feiern dort ein striktes Familienmodell: Die Frau bleibt zu Hause, widmet sich den Kindern und ordnet sich ihrem Mann unter, während der Mann arbeitet und für den Unterhalt der Familie sorgt. Hinter diesem idyllischen Bild stellt die Bewegung hart erkämpfte Frauenrechte infrage. Und während die Influencerinnen damit gut verdienen, leben die meisten Tradwives in völliger wirtschaftlicher Abhängigkeit von ihrem Partner. In den USA zeichnet sich mit diesem Phänomen für Frauen und ihre Rechte eine Rückkehr in die 1950er-Jahre ab.

Der Dokumentarfilm begleitet Solie und Andre, ein junges katholisches Paar, das von diesem Lebensmodell überzeugt ist, sowie Enitza, eine ehemalige Tradwife. Nach zehn Jahren als Hausfrau und vier Kindern entschied sie sich für die Scheidung, um ihren Töchtern eine andere Zukunft zu ermöglichen – und genau da begannen ihre Schwierigkeiten.

Dabei stellen sich mehrere Fragen: Handelt es sich um einen blossen Trend, um eine Inszenierung von Geschlechterrollen, oder geht das Phänomen über die Selbstdarstellung in den sozialen Medien hinaus und dient einer umfassenderen politischen Agenda? Allgegenwärtig in der digitalen Welt, prägen Tradwives die Realität letztlich weit über die Bildschirme hinaus.

Die Gleichstellung der Geschlechter ist ein zentrales Thema für IAMANEH Schweiz. Deshalb zeigen wir den Dokumentarfilm «The 'Tradwives' of America» mit anschliessender Podiumsdiskussion im Rahmen des Festivals femmes und der Genfer Kampagne zum 25. November. Gemeinsam hinterfragen wir Normen und diskutieren, was Bewegungen wie #tradwife für die Rechte von Frauen bedeuten

Regie: Julie Benzoni, Manon Heurtel und Jérôme Prouvost · 25 Min. ·
Frankreich, 2024 · Englische Originalfassung

 

Programm
12.15 Uhr Apéro (Sandwiches und Getränke)
12.30 Uhr Filmvorführung
12.55 Uhr Podiumsdiskussion mit der Regisseurin Julie Benzoni und Nicole Bourbonnais (Geneva Graduate Institute), Moderation: Alessia Nicastro (Geneva Graduate Institute)
13.30 Uhr Ende

Datum: Donnerstag, 12. November 2026, 12.15–13.30 Uhr
Ort: Maison de la paix, Saal S7, Geneva Graduate Institute, Genf
Eintritt frei.

Eine Veranstaltung von IAMANEH Schweiz und der Diversity, Equity and Inclusion Initiative des Geneva Graduate Institute, in Partnerschaft mit dem Büro für Gleichstellung und Gewaltprävention des Kantons Genf (BPEV), im Rahmen der Genfer Kampagne zum 25. November gegen sexistische und sexuelle Gewalt.

Hinweis: Der Film thematisiert sexuelle und geschlechtsspezifische Gewalt, was für manche Zuschauer*innen belastend sein kann.